Essstörungen betreffen Menschen aller Geschlechter – dennoch sind Männer in Behandlungsangeboten deutlich unterrepräsentiert. Eine aktuelle Studie unseres Projekts zeigt, dass geschlechtsspezifische Stigmatisierung dabei eine wichtige Rolle spielen könnte: Bei Männern ging eine stärkere Wahrnehmung von Essstörungen als „weibliche Erkrankung“ mit einer geringeren Bereitschaft einher, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Besonders deutlich zeigte sich dieser Zusammenhang bei klassischen, auf Schlankheit und Gewichtsängste bezogenen Symptomen, die gesellschaftlich häufig als „unmännlich“ wahrgenommen werden. Dieser Effekt trat ausschließlich bei Männern auf; bei Frauen zeigte sich kein vergleichbarer Zusammenhang.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Stigmatisierung nicht nur das öffentliche Bild von Essstörungen prägt, sondern auch konkrete Auswirkungen auf den Zugang zu Unterstützung und Behandlung haben kann. Sie unterstreichen die Bedeutung geschlechtersensibler Aufklärung und gezielter Maßnahmen zur Reduktion von Stigmatisierung, um Männern den Zugang zu Hilfe zu erleichtern.

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Lehe MS, Halbeisen G, Juergensen VC, Sabel L, Steins-Loeber S, Paslakis G. Boys don’t try? Gendered stigma specifically reduces help-seeking for disordered eating in men, but not women. J Eat Disord. 2025;13(1):204. doi:10.1186/s40337-025-01407-7. PMID: 40963138; PMCID: PMC12442273.

Neue Studie: Geschlechtsspezifische Stigmatisierung erschwert Hilfesuche bei Männern mit Essstörungssymptomen