Männer mit Essstörungen sind im Versorgungssystem häufig unterrepräsentiert. Ein Grund dafür kann die verbreitete Wahrnehmung von Essstörungen als „Frauenkrankheit“ sein. Solche Vorstellungen können dazu beitragen, dass Symptome bei Männern seltener erkannt werden und Betroffene seltener Unterstützung suchen.
Mit dem Projekt iSMEsH (Intervention gegen die Stigmatisierung von Essstörungen bei Männern in der hausärztlichen Versorgung) entwickeln wir eine gezielte Intervention für die hausärztliche Versorgung. Ziel ist es, Hausärzt:innen und Medizinstudierende für Essstörungen bei Männern zu sensibilisieren, Wissen über unterschiedliche Symptomformen zu vermitteln und stigmatisierende Vorstellungen abzubauen.
Die nun veröffentlichte Publikation beschreibt das Studiendesign und die geplante Evaluation der Intervention. In einem mehrstufigen Mixed-Methods-Ansatz werden zunächst Perspektiven von Menschen mit eigener Essstörungserfahrung und Hausärzt:innen in die Entwicklung der Inhalte einbezogen. Anschließend wird eine randomisierte kontrollierte Studie durchgeführt, um die Wirkung der Online-Schulung auf Wissen, Einstellungen und wahrgenommene Handlungssicherheit zu untersuchen. Ergänzende qualitative Interviews sollen zusätzliche Einblicke in die praktische Anwendbarkeit liefern.
Mit iSMEsH soll ein Beitrag dazu geleistet werden, geschlechtsspezifische Barrieren in der Gesundheitsversorgung zu reduzieren und eine frühere Erkennung sowie bessere Versorgung von Männern mit Essstörungen zu unterstützen.
Publikation: hier abrufen
Lehe MS, Halbeisen G, Paslakis G. Intervention against the stigmatization of men with eating disorders in primary care (iSMEsH): Protocol for a randomized mixed-methods evaluation trial. PLoS One. 2025;20(10):e0333997. doi:10.1371/journal.pone.0333997. PMID: 41066335; PMCID: PMC12510528.